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Die

FACHBEREICHE

ARCHÄOLOGIE

Als Anekdote …

- Ich bin Archäologe.

- Ah, Archäologie, das ist ein spannendes Gebiet. Aber welchen Beruf üben Sie aus?

- Archäologe.

- Wirklich? Dann suchen Sie also mit Ihrer kleinen Zahnbürste nach Dinosauriern?

- Nein, keine Dinosaurier, das sind eher die Paläontologen, die sich dafür interessieren. Die Zahnbürste wird zwar in der Tat bisweilen von uns Archäologen benutzt, aber weitaus nicht so häufig wie Pickel und Kelle.

- Aha …

Die Ausbildung

Erlangung des Diploms: universitärer Studiengang über mindestens 5 Jahre (3 Jahre Bachelor- und 2 Jahre Masterstudium). Im Anschluss Möglichkeit zum Doktorat.

Universitäten von Genf, Lausanne, Neuenburg, Zürich

Der Beruf

Über Ausgrabungen in vergangene Epochen reisen

Getragen von cineastischen Vorstellungen über mit Peitschen bewaffnete Abenteurer, die sich auf die Suche machen nach vergrabenen Schätzen und wertvollen Objekten, evoziert ein romantisch verklärtes Bild der Archäologie sagenhafte und phantastische Entdeckungen. Abgesehen von den Gegenständen, welche die Archäologie aus dem Bode gräbt, stellt im Grunde aber die Fundsituation selbst aus dem Blickwinkel der Wissenschaft den eigentlichen Schatz dar. Denn es stellt sich die Frage, an welchem Standort, in welcher Bodenschicht, in welchem Sediment, in welcher Position und in Verbindung mit welcher Struktur, sich die archäologisch bedeutsamen Überreste gefunden haben? Indem der Archäologe tief in den Boden gräbt, Schicht um Schicht abträgt, durchschreitet er verschiedene vergangene Epochen. Jeden Grabungsfortschritt hält er mittels Notizen, Zeichnungen und Fotografien fest. Diese systematische und minutiöse Dokumentationsarbeit ist zentral, denn archäologische Grabungen sind per se destruktiv: kann doch nur ein einziges Mal an ein und demselben Standort gegraben werden ...

Stumme Zeitzeugen zum Sprechen bringen

Während sich die Geschichtswissenschaft zur Rekonsuktion vergangener Zusammenhänge v.a. auf die schriftlichen Quellen stützt, studiert die Archäologie in erster Linie den Menschen, und zwar über die Untersuchung der Spuren, die er hinterlassen hat (stumme Überreste). Mit der Zeit werden die meisten von der menschlichen Spezies hinterlassenen Objekte und Strukturen von der Erosion in Mitleidenschaft gezogen. Auch das Ausgesetztsein an der Luft macht ihnen zu schaffen. Hingegen bleiben die von Erde bedeckten Überreste von diesen Arten der Zerstörung verschont. Die Arbeit des Archäologen besteht darin, die Bodenschichten Lage um Lage sorgfältigst abzutragen, um Überreste aufzufinden, die vom Wirken des Menschen in vergangenen Epochen Zeugnis ablegen.

Unter Zuhilfenahme verschiedener Labortechniken oder über einen Vergleich mit früheren archäologischen Funden werden die zu Tage beförderten Überreste nach ihrem Alter und ihrer Geschichte befragt. Auch ist es möglich, dass die Funde Aufschlüsse über die Datierung der sie umgebenden Strukturen liefern. Kohle, konserviertes Holz, Metallstücke, Münzen, geschliffenes Steinwerkzeug, etc., sind potenzielle Fundstücke, die relativ oder absolut zeitlich einer bestimmten Epoche zugeordnet werden. Bisweilen gelingt dies erstaunlich präzise. So kann etwa der Rodungszeitpunkt eines Baumstrunkes teils jahreszeitlich exakt ermittelt werden, selbst wenn der Holzschlag Jahrtausende zurückliegt. Das angewandte Verfahren, das die Jahrringe der Bäume zählt und analysiert, nennt sich Dendrochronologie. Die meisten Datierungsmethoden stellen jedoch keinen integralen Bestandteil der Arbeit des Archäologen dar. Vielmehr nimmt die Archäologie diese den Natur- und Geowissenschaften zuzuordnenden Metoden zu Hilfe, um möglichst viele Daten zur Verortung der Funde gewinnen zu können (Radiokarbonmethode, Thermolumineszenz, Pollenuntersuchungen, botanische Untersuchungen, etc.).

 

Archäologie und Archäologen …

Die universitäre Ausbildung zum Archäologen bietet zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten, im Besonderen mit Blick auf Epochen (Prähistorie oder Mittelalter, etc.) oder spezifische Aufgabenfelder (Zeichnung, Fotografie, Labor etc.). Über die während des Studiums erworbenen Grundkenntnisse hinaus stellte die Archäologie eine Disziplin dar, die auch die Beschäftigung mit verschiedenen Spezialgebieten mit sich bringt. Dies gilt v.a. dann, wenn besondere Problemfelder oder Studienobjekte im Zentrum der Betrachtung stehen wie die Archäozoologie (Untersuchung von tierischen Überresten, um die Beziehung Mensch-Tier zu entschlüsseln), die Archäobotanik (Untersuchung von pflanzlichen Überresten) oder die Ethnoarchäologie (Unterschungen, die sich auf die Beobachtung von bestehenden Kulturen stützen), etc.

Die beruflichen Perspektiven

Archäologen, die sich strikte auf den Bereich der Forschung konzentrieren, absolvieren in der Regel einen akademischen Parcours inklusive Doktorat und verfolgen danach eine Karriere im akademischen Milieu. Parallel dazu widmen sie sich in der Regel der universitären Lehre. Die grosse Merhzahl der Archäologinnen und Archäologen übt den Beruf aber entweder im öffentlichen Bereich aus oder wird von privaten Unternehmungen oder staatlichen Instanzen beauftragt.

 

2015 sind im Wallis weniger als vier Personen als Kantonsangestellte im Bereich der Archäologie tätig, da die meisten anfallenden Arbeiten vom kantonalen Büro für archäologische Forschung als Mandate an externe Unternehmen übergeben werden. Die kantonale Stelle garantiert das Nachführen der archäologischen Karte des Kantons, während die beauftragten Unternehmen ARIA SA und TERA Sàrl aktuell mit Blick auf die Zahl der Grabungsstätten die wichtigsten Arbeitgeber im Bereich der Archäologie im Wallis darstellen. Auch hinsichtlich der Auswertung und Valorisierung von Daten sind diese beiden Firmen kantosnweit Spitzenreiter. Wenn auch nicht alle Masterabgänger der Archäologie unmittelbar nach dem Studium einen festen Arbeitsplatz finden, der mit ihrem Sudiengebiet in unmittelbarer Verbindung steht, so eröffnen ihnen doch nicht selten die weitreichenden erworbenen beruflichen Kompetenzen andere Türen.

Viele ausgebildete Archäologinnen und Archäologen arbeiten in den folgenden Bereichen:

  • Erhaltung und Inwertsetzung des kulturellen Erbes

  • Museen lokaler, regionaler und überregionaler Strahlkraft

  • Vereinigungen und Gesellschaften, die sich mit dem Kulturerbe befassen

  • Ausstellungen

  • Wissenschaftsvermittlung

  • Sporadische Aktivitäten: Prospektionen, Ausgrabungen, Dokumentationen, etc.

Autor: Célestin Taramarcaz